Der Lido Süderbrarups

Am Himmelfahrtstag wird im Süderbraruper Freibad die diesjährige Badesaison eröffnet. Diese beliebte Süderbraruper Freizeitstätte besteht in diesem Jahr auch schon 38 Jahre. Aber schon 24 Jahre vor Fertigstellung des Bades träumte man im Ort von einer eigenen Badeanstalt, wie dem folgenden Artikel aus der Lokalpresse vom 6.Juni 1951 zu entnehmen ist.

Der „Lido“ Süderbrarups

Direkt neidisch könnte man werden, wenn man am Nachmittag oder gar am Sonntag zum Heidberg hinauswandert und zusehen muß, wie sich die Jugend Süderbrarups in der neben dem Wallberg vorbeifließenden Au oder in dem Moorwasser des Heidbergteiches tummelt, um sich anschließend von der Sonne trocknen zu lassen und einige Stunden in Sonne und Luft zu baden.

heidberg_1952 Wir Erwachsenen haben es nicht so gut. Wenn wir uns durch ein kühles Bad erfrischen wollen, dann müssen wir erst entweder mit der Bahn oder mit dem Fahrrad nach Lindaunis, unserem nächsten Strand, um dann auf der Rückfahrt im heißen Eisenbahnabteil oder auf der staubigen Landstraße die kurze Erfrischung, die das Wasser bot, zunichte zu machen. Die vielen Süderbraruper, die am Sonntag in Lindaunis badeten, beweisen, wie groß das Bedürfnis für eine Badegelegenheit im Ort ist, abgesehen davon, daß auch der Heidberg für die Jugend nicht das Richtige ist. Der moorige Grund und seine Tiefemachen ihn nur für Schwimmer als Notbehelf geeignet, während er für die Nichtschwimmer einige Gefahren in sich birgt. Die Süderbraruper Jugend will aber gerne baden und schwimmen, und sie wünscht sich ebenso wie die Erwachsenen eine richtige Badeanstalt. ALt und jung hofft, daß der Gemeinderat sich diesem Wunsch nicht verschließen wird.

Einfach wird das Problem freilich nicht zu lösen sein, doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Diese Einschätzung des Autors war für die Nachkriegszeit wohl sehr optimistisch, denn die begrenzten finanziellen Mittel der Gemeinde wurden damals für dringendere Projekte benötigt und es dauerte bis 1975, bis sich sein Wunsch nach einer Badeanstalt in Süderbrarup erfüllte.

freibad

Dietmar Nisch:

Den berühmten Thorsberg sollte man nicht vergessen. In den frühen Nachkriegsjahren war ein Fahrrad bzw. Taschengeld für eine Fahrt nach Lindaunis eine Rarität. Das Mittel der Wahl war der Thorsberg-See. Leider war dieser mit unzähligen Glasscherben von zersplitterten Glasflaschen besäät, sodass es nicht selten war, dass manche Füße übel zerschnitten wurden. Clever waren nur sehr wenige, die vorsichtshalber Badelatschen hatten. Diese waren damals ebenso eine Rarität. Ich denke so um die Zeit von 1948 – 1954. DN.

An badende Schüler im Thorsbergsee kann ich mich auch noch aus der Zeit Mitte bis Ende der 50er Jahre erinnern. Dabei wurde einem Klassenkameraden von mir nämlich die an Land abgelegte Armbanduhr entwendet.

 

Süderbrarup, , Permalink

2 Kommentar zu Der Lido Süderbrarups

  1. Dietmar Nisch schreibt:

    Den berühmten Thorsberg sollte man nicht vergessen. In den frühen Nachkriegsjahren war ein Fahrrad bzw. Taschengeld für eine Fahrt nach Lindaunis eine Rarität. Das Mittel der Wahl war der Thorsberg-See. Leider war dieser mit unzähligen Glasscherben von zersplitterten Glasflschen besäät, sodass es nicht selten war, dass manche Füße übel zerschnitten wurden. Clever waren nur sehr wenige, die vorsichtshalber Badelatschen hatten. Diese waren damals ebenso eine Rarität. Ich denke so um die Zeit von 1948 – 1954. DN.

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