Fritz erzählt aus Süder – Kleine Geschichten von Friedrich Marsch

Vor einigen Tagen erhielt ich eine Mail von Friedrich Marsch, der sich so vorstellte:

fmarsch Bin der Schwiegersohn von Willi und Wilhelmine Schmidt (Anmerkung: ehem. Seniorchef des Autohauses Schmidt) aus Süderbrarup. Habe seine älteste Tochter Lisa 1959 geheiratet. Wir wohnen in Lübeck und besuchen in Abständen unsere Schwägerin Margret in Süderbrarup, auch unser Autochen muss zu Nico in die Werkstatt.

Herr Marsch, der ursprünglich von der Geest und nicht aus der Marsch stammt, bot an, gelegentlich mit Bildern und alten Geschichten aus Süderbrarup zu diesem Blog beizutragen. Hier nun seine erste Geschichte über den Altbauern Willi Erichsen vom ehemaligen Wunder-/Erichsen-Hof in der Großen Straße:

Das Süderbraruper Original: Der Bauer Willi Erichsen !

Als Schwiegersohn von Willi Schmidt durfte ich an den Geburtstagen von Willi Schmidt in den Siebziger Jahren die Gäste – ältere Herren aus Süder und Umgebung – mit Getränken zum Essen (Rundstück warm oder Pasteten), Köm und Bier bedienen.

Bauer Willi Erichsen wurde nach dem dritten Köm ganz schön redselig, ich werde ein paar Schnacks von Ihm zum Besten geben:

„wißt Ihr woher der Name „DKW“kommt? „Der Kleine Willi“ gemünzt auf Willi Schmidt, natürlich seiner kleinen Körpergröße wegen.
Den Herrenfrisör Carstensen titulierte er mit den Worten:“Du Oll Schnutenkratzer“.
Der Chef der Straßenmeisterei: „Du Brennettel wüher“ (Brennessel-Jäter)

Mich fragte er: „Wo kummst Du her? „Antwort von mir: „Ut Hohn bi Rendsburg“.  “Ach nee, von de Geest bist Du weg, dor segt de Mann to sien Fru:“Modder mok der Döhr to, de Kuppel kummt na Hus“.  Er meinte, weil das Land auf dem Mittelrücken von Schleswig-Holstein so leichten Boden hat, fängt es leicht an zu füken.

„Ach nee“ sagte Willi noch, „wie fohrn twespännig (er meinte mit zwei Pferden vor dem Wagen) in diene Heimat ton Geld lehn, wie kohmt ehnspännig torücht.

Meine Schwiegermutter nahm er auch aufs Korn.:“Miene(Wilhelmine) wat för Höhner hest Du? Rodeländer oder Italiener?“ Antwort von Miene: „Ik hef Rodeländer, se legn gröttere Eier u.mehr als de Italiener“. Willi mußte Einen draufsetzen: „Ja Ja Miene, op Italiener wär ja nie Verlott“

Viele Grüße aus Lübeck Lisa u. Fritz Marsch

Hier eine neue kleine Geschichte aus der Feder von Friedrich Marsch:

Pastor Pacholke und die „Zage“

Pastor Pacholke hat uns, meine Frau Lisa und mich, Friedrich Marsch, vor über dreiundfünfzig Jahren getauft. Bei einem Besuch in Süderbrarup in den sechziger Jahren trafen wir ihn auf dem Gottesacker. Er erkannte uns sofort, hatte er Lisa doch auch konfirmiert.

Bei diesem lockeren Gespräch fragte ich ihn:

„Herr Pastor,was ist eine Zage – steht im Alten Testament. Es muß sich um ein Musikinstrument handeln?“

Er überlegte kurz und seine Antwort fiel folgendermaßen aus: „Bei einer Zarge handelt es sich um ein Teil einer Tür oder eines Fensters.“

„Nein, nein“ protestierte ich, „ohne >r< – Zage“, hatte ich es doch erwartet.

„In welchem Zusammenhang kommt die Zage vor?“

Etwas kleinlaut, sogar etwas schüchtern meine Antwort:“Es steht in der Bibel: „Jesus schritt durch die Wüste und seine Jünger folgten mit Zittern und Zagen“. Was eine Zitter ist, weiß ich.“

Pastor Pacholke war zwar ein sehr steifer Prediger, hat aber doch sehr gelacht.

Viele Grüße aus Lübeck Fritz

Wer mehr über Friedrich Marsch und sein Hobby Segeln erfahren möchte, kann sich auf seiner Internet-Seite informieren.

Dies und Das, Süderbrarup, Permalink

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.