In der Lokalpresse vor 60 Jahren – Bau der Katholischen Kirche im Jahre 1952

Im Jahre 1952 wurde die katholische Christkönig Kirche in der Ulmenstraße errichtet. In der Rekordzeit von vier Monaten wurde vom ersten Spatenstich Mitte Juni über das Richtfest Anfang August bis zur Einweihung Mitte Oktober das Gotteshaus fertiggestellt.

Die Lokalpresse berichtete über die drei Meilensteine beim Bau der Kapelle in der Ulmenstraße.

20. Juni 1952:

Ein Bau „zur Ehre Gottes“
Der erste Spatenstich für den Bau der katholischen Kirche

Der hiesigen katholischen Seelsorgerstelle ist es jetzt nach jahrelangen Bemühungen gelungen, mit dem Bau einer kleinen katholischen Kirche zu beginnen. Den Plan hatte schon der seinerzeit amtierende Pfarrer Gurski gefaßt. Sein Nachfolger, Pfarrer Jaekel, setzte sich dann sehr aktiv für das Vorhaben ein und erwarb für diesen Zweck das Grundstück von Schlossermeister Petersen in der Ulmenstraße.

kathkirche_1 Am Nachmittag des 18.Juni war es so weit, daß der erste Spatenstich bei sommerlich warmem Wetter getan werden konnte. Pfarrer Wache hatte die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde dazu eingeladen und hielt auf dem Bauplatz eine kurze Ansprache. Er erbat den Segen des Höchsten für die Vollendung dieses Werkes, das zur Ehre Gottes geschaffen werde. Die Kirche soll Christus dem König geweiht und nach ihm genannte werden. Durch gemeinsam gesungene Choräle wurde die Feierlichkeit dieser Stunde noch besonders unterstrichen.

Das älteste Mitglied der Gemeinde machte den ersten Spatenstich. Auch ein Teil der Jüngeren hatte Arbeitsgeräte mitgebracht, um anschließend sofort mit dem Ausschachten zu beginnen, denn die Mitarbeit der einzelnen Gemeindeglieder ist als Eigenhilfe in den Finanzierungsplan eingebaut. Die technische Leitung der Selbsthilfeaktion hat der Sudetendeutsche Max Breuer übernommen.

Pfarrer Wache wandte sich bereits in einem Rundschreiben mit der Bitte an alle Mitglieder der Kirchengemeinde, außer der praktischen Mitarbeit nach Kräften ihr Scherflein für die Errichtung des Bauwerks auch in geldlicher Hinsicht beizutragen, denn trotz der großen Hilfe und Unterstützung der verschiedensten Stellen, die dankbar anerkannt werde, fehle doch noch manche Mark zur Vollendung des Kirchenbaues.

Mit der Bauausführung ist Architekt Becker (Süderbrarup) beauftragt worden.Die Kirche wird Platz für etwa 80 Sitzgelegenheiten bieten. An ihrer Rückfront soll eine Wohnung für den Pfarrer angebaut werden.

2. August 1952

Für ein lebendiges Christentum
Richtfeier für den Bau der kath. Kirche in der Ulmenstraße

kathkirche_2 Am Donnerstagnachmittag hatte sich die katholische Kirchengemeinde auf dem Bauplatz der neuen Kapelle zu einer schlichten Richtfeier zusammengefunden. Nach dem schönen, dem Kirchenbau angepaßten Richtspruch des Poliers und dem Gesang eines Liedes erklärte Prälat Hellmann aus Schleswig, daß dies ein Freudentag für die Pfarrgemeinde sei. Es scheine, als habe der Himmelmit eingestimmt in diese Freude, daß dem Herrgott eine neue Wohnung gebaut werde. Denn sichtlich ruhe sein Segen auf diesem Bau. Dank sei vor allem den Gemeindegliedern für ihre Opferbereitschaft gesagt, aber auch den besonderen Bemühungen des Pfarrers Wache um das gute und schnelle Gelingen, der Gemeindeverwaltung Süderbrarup für das Entgegenkommen und der Evangelischen Kirchengemeinde dafür, daß das Gotteshaus stets zur Verfügung gestanden habe.

Bürgermeister Ehlers erkannte die Initiative des katholischen Pfarrers besonders an. Er gab dem Wunsch Ausdruck, daß ein lebendiges Christentum in dem neuen Gotteshaus gepflegt werden möge zum Segen des Ortes. Auch Pastor Pacholke dankte für die Einladung zur Richtfeier der neuen Kirche, die zur Ehre Gottes gebaut werde und zum Gewinn all derer, die dort ein- und ausgehen.

kathkirche_3 Der katholische Pfarrer aus Schleswig brachte seine besondere Freude über den Bau zum Ausdruck.Architekt Becker (Süderbrarup) dankte Pfarrer Wache für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und hoffte, daß der Pfarrer bald in sein neues Heim in dem Neubau einziehen könne.

Zum Schlu0 ergriff Pfarrer Wache das Wort. Es seii ihm eine herzliche Pflicht als Vertreter der katholischen Kirchengemeinde Süderbrarup all denen zu danken, die in irgendeiner Form am Bau mitgewirkt haben. Er sprach Baumeister Becker und den Werkleuten seine Anerkennung für ihre Einsatzbereitschaft aus. Ferner wurde der evangeklischen Kirchengemeinde und insbesondere Pastor Pacholke Dank abgestattet. Alle Schwierigkeiten, die sich nun einmal aus der Raumnot ergeben, seien stets in Liebe und Ordnung geregelt worden. Er wünschte, daß die beiden Kirchen im Ort weiterhin brüderlich zusammenstehen mögen im gemeinsamen Dienst an Christus. Auch die Kirchengemeinde Schleswig habe Opfer gebracht. Auf die Gemeindeglieder, die ohne Murren stets zur Stelle gewesen seien und unermüdlich beim Bau mitgeholfen hätten, könne man stolz sein. Ueber allem aber dürfe nun nicht vergessen werden, daß der Hauptdank Gott gebühre, der weiterhin dem Bau seinen Segen schenken möge bis zu seiner voraussichtlichen Vollendung im Oktober. Zum Schluß lud Pfarrer WAche die Teilnehmer zu einer kleinen Feier im Gasthof „Zur Börse“ ein.

24. Oktober 1952:

„Friede sei mit diesem Hause“
Einweihung der katholischen Kapelle durch Bischof v. Rudloff

Trotz des kalten Oktobertages hatte sich am Mittwochmorgen eine ansehnliche Schar katholischer Gläubige vor der neuen Kapelle in der Ulmenstraße eingefunden. An den Einweihungsfeierlichkeiten nahmen mehr als zwanzig auswärtige Geistliche teil. Der Weihbischof aus Osnabrück, Johannes v.  Rudloff, vollzog in Gemeinschaft mit dem Klerus die heilige Handlung vor dem Portal der Kirche. kathkirche_4 Nach den vorbereitenden Zeremonien für die Besitzergreifung des Gotteshauses wurde die Tür geöffnet und der Klerus, die Schola, einige Maurer und der Bischof traten ein mit den Worten „Friede sei mit diesem Hause“. Danach wurde die Taufe des Altars und des Kircheninnern vorgenommen.

Im Anschluß an die Kirchenweihe wurde ein feierliches Hochamt abgehalten. Inmitten der kahlen weißgetünchten Wände und vor dem einfachen aus Feldsteinen gefügten Altar mit dem Hostienschrein und dem schlichten Eichenkreuz darüber nahmen sich die Bischofs- und Priestergewänder besonders prächtig aus und verbreiteten eine festliche Atmosphäre. Als Ehrengäste nahmen Pastor Pacholke und Bürgermeister Ehlers teil. Der Dechant aus Schleswig, eine Abordnung des dortigen katholischen Männervereins und der männlichen Jugend vervollständigten die Festversammlung. Neben dem hiesigen Kirchenchor wirkte auch der Schleswiger Chor  mit. Bischof v. Rudloff dankte in seiner Ansprache all denen, die das Werk vollenden halfen, wie Pfarrer Wache, der keine Mühe gescheut habe, um den Bau zustande zu bringen, den Gemeindegliedern für ihre aktive Mitarbeit und allen Spendern, insbesondere dem Bonifatius- Verein, dessen Gelder von den Aermsten der Armen gestiftet und deshalb besonders hoch zu bewerten seien. Der Bischof versäumte nicht, auch Pastor Pacholke zu danken, der in brüderlicher Weise jahrelang den Katholiken die evangelische Kirche zur Verfügung gestellt habe. Im Anschluß an den Gottesdienst vereinte ein Frühstück die Geistlichen und Ehrengäste im katholischen Pfarramt.

 

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