In der Lokalpresse vor 60 Jahren – 9. April 1952

Die ganze Geschichte fand zwar schon im März oder April des Jahres 1952 statt, aber bevor sie in Vergessenheit gerät, berichte ich darüber, obwohl es vom Datum nicht passt.

Die Geschichte dreht sich um den früheren Süderbraruper Schlachtermeister Willi Wetzel, der in den 50er und 60er Jahren die heutige Schlachterei Wiese in der Bahnhofstraße betrieb.

Marathonlauf“ mit Schubkarre

Bei einer gemütlichen Runde im Bahnhofshotel, an der mehrere Süderbraruper und auswärtige Bürger beteiligt waren, kam man u.a. auch auf die früher oft recht eigenartigen Wetten zu sprechen. Z.B. wurde einstmals gegen eine ansehnliche Summe eine Sackkarre innerhalb einer bestimmten Zeit nach Schleswig geschoben.

wetzel „Das ist doch nicht schlimm; was die damals konnten, können wir heute auch!“, meinte Schlachtermeister Wetzel. Prompt bekam er darauf folgendes Angebot von Viehhändler Plath aus Faulück: „Ich zahle Dir 200 DM bar auf den Tisch, wenn du die Schubkarre, die draußen vor der Tür steht, mit 2 Zentner Sand in eineinhalb Stunden nach Faulück fährst.“ Wetzel schlug ein. Gesagt, getan! Er zog sich bequeme Schuhe an und startete um 20 Uhr vom Bahnhofshotel, begleitet von einem ganzen Troß von Wagen (9 Stück an der Zahl). Alle Mitfahrer hatten ihre Uhren genau gestellt, kam es hierbei doch immerhin auf die Sekunde und 200 DM an.

Die schwerste Strecke bildete die Bismarckstraße in Süderbrarup, so daß der Schlachtermeister nahe daran war, aufzugeben. Aber er riß alle seine Energien zusammen und überwand das Hindernis. Auf der Chaussee Süderbrarup – Kappeln ging es sogar eine ganze Weile im Laufschritt. Die Begleiter folgten diesem „Rennen“ höchst interessiert, hatten sie doch auch unter sich eine Anzahl Wetten über den Ausgang dieses spannenden „Marathonlaufs“ abgeschlossen.

Ergebnis: Wetzel war mit 6 Minuten Vorsprung am Ziel, ein Sieg, der ihm 200 DM einbrachte. Anschließend wurde die Sache im Gasthaus „Boddelhoch“ gebührend gefeiert.

 

Dies und Das, Süderbrarup, Permalink

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