Süderbrarup, Brebel oder sonstwo ?

Im Internet habe ich eine alte Ansichtskarte gefunden, die das Haus des Sattlers Carl Hansen zeigt.

Als Ort der Aufnahme wird dort zwar Süderbrarup genannt, aber ich weiß im Moment nicht, welches Süderbraruper Gebäude es sein könnte. Für mich ähnelt es eher der ehemaligen Polsterei Tobian in Brebel.

Vielleicht erkennt ja einer der Leser das Haus wieder. Die Chronik habe ich allerdings noch nicht nach einer Sattlerei Carl Hansen durchsucht – vielleicht wird man ja auch dort fündig.

carlhansen

Karl Pusch:

Hallo!
Ich meine auch, dass es das Haus der Familie Tobian in Brebel ist. Eine Chronik von Brebel wäre jetzt hilfreich. Leider zurzeit nicht lieferbar.

Es gibt zwar den schönen Bildband „Die Gemeinden des Amtes Süderbrarup“, aber in dem sind nur sehr wenige Bilder von Großbrebel – und von dem Bereich, der in Frage kommt, leider gar nichts.

Nachdem ich diesen Bildband noch einmal durchgesehen habe, habe ich auch bei keiner der anderen Gemeinden die Abbildung eines ähnlichen Gebäudes gefunden. Aber etwas Anderes ist mir dabei aufgefallen: In jeder Gemeinde gab es früher mindestens eine Gastwirtschaft. Eigentlich auch ein schöner Stoff für einen neuen Artikel: Gastwirtschaften des Amtes und was aus ihnen geworden ist.

Bei diesem Thema müssen wir wohl warten, bis sich ein Brebel-Kenner mal auf diese Seite verirrt.


Es verdichten sich die Anzeichen, dass dieses Haus „sonstwo“ liegt, nämlich in Bremswatt.

Einem Hinweis des Gemeindearchivars Leonhard Möller folgend, dass es in Bremswatt eine Sattlerei Hansen gibt, habe ich noch einmal den Bildband „Die Gemeinden des Amtes Süderbrarup“ durchgesehen und bin dabei auf das folgende Foto gestoßen:

hansen_kiesby
….
Auf den ersten Blick erkennt man das Haus nicht unbedingt wieder. Wenn man aber bedenkt, dass das erste Bild um 1900 entstanden ist, das zweite hingegen um 1950, kann man sich vorstellen, dass es doch ein- und dasselbe Gebäude ist. Anscheinend wurde nach Entstehung des ersten Bildes an der rechten Seite des Gebäudes noch eine Werkstatt angebaut und die Fassade wurde neu gestaltet. Jedenfalls ist der Giebel zur Straße hin mit etwas gutem Willen wiederzuerkennen.

Ich habe mir schon gedacht, dass Herr Pusch sich nicht so leicht überzeugen lässt:

Moin, dieses Foto kenne ich auch aus dem Bildband. Schon bei dem ersten Bild suchte ich nach Polstereien um Süderbrarup. Da Herr Hansen aus Bremswatt oft auf dem Bahnhof in Süder seine Frachten abholte, war mir diese Polsterei bekannt.
Sie kam für mich aber nicht in Frage:
Roter Verblendstein (Tobian Brebel Putz)
Schornstein (in Bremswatt weit über den First)
Höhe des Grundstückes zur Straßenoberkante
Ich bleibe bei Tobian Brebel.

Ergänzungen zu meiner Begründung:
Der Abstand von der Fensteroberkante (Fensterbogen) zur Querlinie (Absatz oder Zierlinie) ist beim ersten Foto größer. Ebenso der Abstand von der Querlinie zur Unterkante der oberen Fenster kleiner. Die linke Seite des Hauses in Bremswatt hat einen Vorbau mit Eingangstür. Fenster sind nicht sichtbar (es sieht so aus, als ob der Vorbau die halbe Wandseite beansprucht). Beim Haus in Brebel sind 4 Fenster und ein Eingang zu sehen. So viel guten Willen und Glauben kann ich leider nicht aufbringen. Es sind zwei verschiedene Häuser.

Man müsste halt mal sehen, wie das Haus in Bremswatt von der anderen Seite aussieht. Vielleicht ist ja morgen die Sicht aus Hürup nach Bremswatt mal ganz gut, vorausgesetzt, die zu untersuchende Hausseite zeigt in die richtige Richtung. 🙂

So – ich habe das Anwesen von Hansen in Bremswatt mal aus Richtung Süderbrarup kommend fototgrafiert. Von dieser Seite sieht man nicht verblendete Teile des Gebäudes. Zweifel bleiben aber doch, ob dies das gesuchte Haus ist. Die Haushälfte links von dem Giebelteil wirkt doch etwas schmaler als die auf dem alten Foto. Ein Bekannter, dem ich das alte Bild heute zeigte, tippt auch eher auf das inzwischen abgerissene Gebäude von Tobian in Brebel.

hansen_kiesby_2011

Wir nähern uns der Lösung dieses Rätsels durch den unermüdlichen Einsatz von Karl Pusch. Wie er mir mitteilte, hat er eine Chronik von Brebel ersteigert. Vorab schrieb er schon mal:

Hallo,

hier schreibt der Ungläubige aus Hürup mit der guten Sicht.
Die Firma Christian Carl Hansen, vormals Carl Schulz, später Tobian in Brebel war bzw. ist der Besitzer des Hauses in Brebel.
Bremswatt ade!

Schriftliche Belege werden folgen.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Pusch

Warten wir also mal gespannt ab.

Und hier das vorläufige amtliche Endergebnis.

Karl Pusch schreibt:

Auszug aus der Chronik Brebel (Freie Zusammenfassung)

Ernst Haseloff baute 1905 auf dem Langacker in Brebel seine neue Sattlerwerkstatt. Nach Haseloff folgte 1910 der Sattler und Tapezierer Christian Carl Hansen. 1928 übernahm der Sattlermeister Carl Schulz aus Mohrkirch-Westerholz den Betrieb. Bereits 1927 kam der aus Kiel stammende Franz Tobian, um nach dem Besitzwechsel Carl Schulz, seinem Stiefvater, bei der Arbeit zu helfen. Nach dem Tod des Herrn Schulz übernahm der Stiefsohn das Gewerbe im Jahre 1930. Die drei Söhne von Franz Tobian übernahmen 1978 das Geschäft.

 

SüderbrarupPermalink

4 Kommentar zu Süderbrarup, Brebel oder sonstwo ?

  1. admin schreibt:

    Also doch Brebel. Man soll sich eben doch auf die erste Eingebung verlassen. :_)

  2. Karl Pusch schreibt:

    Ergänzungen zu meiner Begründung:
    Der Abstand von der Fensteroberkante (Fensterbogen) zur Querlinie (Absatz oder Zierlinie) ist beim ersten Foto größer. Ebenso der Abstand von der Querlinie zur Unterkante der oberen Fenster kleiner. Die linke Seite des Hauses in Bremswatt hat einen Vorbau mit Eingangstür. Fenster sind nicht sichtbar (es sieht so aus, als ob der Vorbau die halbe Wandseite beansprucht). Beim Haus in Brebel sind 4 Fenster und ein Eingang zu sehen. So viel guten Willen und Glauben kann ich leider nicht aufbringen. Es sind zwei verschiedene Häuser.
    K.P.

  3. Karl Pusch schreibt:

    Moin, dieses Foto kenne ich auch aus dem Bildband. Schon bei dem ersten Bild suchte ich nach Polstereien um Süderbrarup. Da Herr Hansen aus Bremswatt oft auf dem Bahnhof in Süder seine Frachten abholte, war mir diese Polsterei bekannt.
    Sie kam für mich aber nicht in Frage:
    Roter Verblendstein (Tobian Brebel Putz)
    Schornstein (in Bremswatt weit über den First)
    Höhe des Grundstückes zur Straßenoberkante
    Ich bleibe bei Tobian Brebel.

    Viele Grüße aus Hürup
    Karl Pusch

  4. Karl Pusch schreibt:

    Hallo!
    Ich meine auch, dass es das Haus der Familie Tobian in Brebel ist. Eine Chronik von Brebel wäre jetzt hilfreich. Leider zurzeit nicht lieferbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Pusch

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