De erste Betriebsutflug

bv_verw_alt suederraetsel_1448a Hier mal ein Bericht in Reimform über den ersten Betriebsausflug des Bezugsvereins verfasst von der Ehefrau des langjährigen Chefs Karlheinz Ohm (mit freundlicher Genehmigung der Familie).

Der Reisebericht ist in plattdeutscher Sprache verfasst und zeigt, wie schwierig es in der Nachkriegszeit war, einen Betriebsausflug zu organisieren und durchzuführen.

Dat weer 1947, de Bezugsvereen
weer domols noch mann bannig kleen.
Op’t Loger harrn Lausen un Marxen to dohn,
un op’t Kontor seten Jensen un  Ohm
un Lehrling Hänschen Schünemann,
allens in allem ganze fief Mann.
Arbeit geef da mehr as genog,
un man meener, wat Schönes weer doch mal’n Betriebsutflug.

De Vörstand un Opsichtsrat schull ok mitkamen,
un selbstverständlich all mit Damen.
Wo dat hingohn schull, wor öwerleggt,
schließlich meen man, Steenbarghaff weer wull recht.
Blots dor hentokom, dat weer gornich so licht,
Benzin geef’t op Korten, un de harrn wi nich.
Noh lange Verhandlung güng de Sok obers klor,
wi kreeg’n Petersen’s Last wog mit Holtgasmotor.

Nun wulln wi jo ünnerwegens ok gern mal wat eeten,
de Kalorien weern domols man knapp bemeten,
un för Geld wor in’t Krog jo blots Heißgetränk,
mol warm un ok mol kolt utschänkt.
Tom Glück harrn wi ‚n poor Selbstversorger dorbi,
de seggen gliks: „För de Koken sorgen wi!“

Un Herr Ströh säd: „Uterdem hem wi schon
in de Garn so’n wunnerschöne Bohn‘,
dorvon wart unse Mudder bestimmt gern
een grote Korf vull von spendeern.
Een Pott vull Gurken, söt un suur,
stifter Frau Bendixen ut Brebel för de Tuur,
de harr se mit Süßstofftabletten in mokt,
awer se schmeckern ganz delikot.

Woher Fleesch un Alkohol keem, will’k man nich vertelln,
dat weern temtig swatte Quelln.
Na, dat weer jo egol, Hauptsok dat weer dor,
so keem wi mit Eeten bestens klor.

Wi drepen uns Sünnobendmiddag Klocke een
in Sünndagstüg bi’n Bezugsvereen.
Unse „Omnibus“ keem ers um halb twee,
he wer ünnerwegs mit’n Lodung Veh,
un as Souvenier von dat Vehtüg hüng’n an de Schotten
noch son poor saftige gröne Klotten,
dat har de Schofför noch gornich markt,
he güng gau mit een Besse nto Wark,
in’n Ogenblick ha he allens opklort,
wi kun’n instiegn, los güng de Fohrt.

Wi harn gliks een ganze Masse Spoß,
as wi eem in’t Fohrn weern, güng dat all los,
de Bank in de Mitt fung an to knacken,
un wi müssen gau de Gesellschaft umpacken.
De Dicken keemen an de Sied
un de Dünnen op de anknackte Bank in de Mitt.

Bald fung’n wi in unse Kasten an to sweeten,
wi lüftern de Plan an de Sieden een beeten, doch dat ging nich lang good, bi’t Wiederfohrn
hauern uns de Twiegen vun de Walln üm de Ohrn.
Dat geef domols jo noch nich veel Straten mit Teer,
de weern bannig eng un ok’n beten vull Smeer.
Dat’t man langsam ging, moker uns gorniks ut,
wi harrn jo Tied un wi seeten jo gut.

De Broden wulln wi obends in Niesgrau verteern,
un weil wi jo Selbstversorger weern,
müssern wi op de Hentur unse Soken
dor utloden, dat se wat harrn tom Koken.

No een poor Stunn Fohrt har wi dat schafft,
wi weern in’t  „Strandhotel Steenbarghaff“.
Vun de Domen worn de Koken verdeelt,
un bi Mischkaffee wor sik een beten vertellt,
een lütte Piep oder Zigarr wor noch rokt,
von Tabak, de jeder in Eegenbu mokt.
De Eene schmöck Stengeln, de Anner schwör,
dat de Tabak in Peerschiet am besten gär‘.
Dat geef en lebhafte Diskuschon,
un de Domen hem sik öwer Kokenbacken mit Tapsöl ünnerholn.

Nah de Kaffee ging dat an’n Strand un to’n Boden,
un denn schull dat nah Niesgrau wiedergohn.
Mann, wi kunn‘n blots nich, de Motor wull nich lopen,
alle Mann werrer utstieg’n, wat schulln wi moken.
De Schofför keek nah, dat weer rein dull,
de Aschkasten wer bit bobenan vull,so müß he ers mit’n grote Haken
meern op de Straat de Asch utroken.
Uns wor intwischen de Tied nich lang,
wi plückern Himbeern an’n Stratenrand.

Endlich kunn dat wiedergahn,
so nah un nah wern wi all wer inlod’n,
un wie wi so langsam noh Niesgrau fohrn,
fung de een un de anner all de Mog an tu knurrn.
Detlef Sörnsen stunn tom Empfang in de Dör,
unse Broden weer ok intwischen mör,
un wi harrn een mächtige Appetit,
ham alles upeeten, bet op’t letzte Stück.
Tom Abschluß geef dat noch Eierlikör,
wi hem noch’n beten schnackt un man drög noch wat vör.

So he nto Klock twölf meen Opa Hoeck, da weer Schluß,
un wi wulln nu man so langsam nah Hus.
Blots unse Koker, de deh dat werr nich,
un as de endlich wull, dor harrn wi keen Lich.
Nah’n goode Stünns Tied brenner endlich een Lamp,
dormit sind wi nah Hus fohrn, immer fein an de Kant.
Wi weern erst o Hus, as de Haghns all kreihn,
alle weern wie en Meenung: De Utflug wer fein!

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5 Kommentar zu De erste Betriebsutflug

  1. Günter Wiegmann schreibt:

    So früh war ich beim Bezugsverein noch nicht dabei; aber vom 01.08.68 – 31.07.71 habe ich dort meine Ausbildung zum Groß- und Aussenhandelskaufmann gemacht. Karl-Heinz Ohm war damals Geschäftsführer.
    Einen Betriebsausflug haben wir damals auch gemacht: erst zur „Norla“ und danach wurde im Restaurant „Zum Norden“ in Kropp gefeiert.
    Insgesamt war es beim Bezugsverein eine schöne Zeit!

  2. Herbert Teindl schreibt:

    An Familie Ohm kann ich mich noch sehr gut erinnern, Mit unserem Krankenwagendienst und dem TAXi Geschäft waren wir etliche Jahre direkte Nachbarn in der Westenstraße. In Erinnerung an eine schöne Zeit in Süderbrarup.

  3. Peter Marxen schreibt:

    Die 3 Fenster über den Büroräumen war früher der Aufenhaltsraum für
    Frühstück oder Mittagspause. habe dort oft zur Pause gewessen, wenn wir
    von der Firma Büchmann dort Elektro-Arbeiten gemacht haben.
    Auch das restliche vom Gebäude ist nur zu gut bekannt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Marxen

  4. Regina Burgwitz schreibt:

    Ein tolles Gedicht -man sieht die Gesellschaft richtig vor Augen. Vielen Dank an die Familie Ohm!

  5. Ralf Marxen schreibt:

    Ein wunderbares Stück Zeitgeschichte!

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