„Geschäftsreise“ in die Vergangenheit (8) – Die Große Straße (linke Seite)

Begeben wir uns also zurück zum Germania Platz, um von dort aus heute die linke Seite der Großen Straße abzuhandeln.

nr09_1904 Beginnen wir also beim Haus Nr. 9. Dieses Gebäude wurde 1891 errichtet und war 1896 Gründungsort der Zeitung „Angler Landpost“. Dadurch wurde 1897 ein Anbau nach hinten für die Druckerei erforderlich. 1905 verlegte die Zeitung ihren Sitz in die Bismarckstraße. nr09-2003 Danach kaufte Johann Andersen das Haus und betrieb hier einen Frisiersalon. Andersen war zugleich auch Tanzlehrer und wurde deswegen auch „Hannes 1-2-3″ genannt. Das 1934 aufgestockte Gebäude blieb auch bis nach dem 2. Weltkrieg als Friseurladen bestehen, zuletzt betrieben von Martha Richtsteig, einer Tochter von Andersen. Von 1963 bis 1976 war dann hier das Wollgeschäft Bönicke ansässig, später ein Immobilienbüro und eine Versicherung, heute ein Steuerberatungsbüro.

nr11_1905 Das Haus Nr. 11 wurde 1891 als Bäckerei für Johannes Lorenzen erbaut. Um 1905 war im Laden links vom Eingang ein Schuh- und Stiefel-Bazar von Christoph Franzen, auf der rechten Seite der Frisiersalon von Gertz.  nr11-2003 Ungefähr ab 1914 war dort dann wieder eine Bäckerei von Bäcker Hansen. die 1940 an den Bäcker Albert Hlawatsch verpachtet wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg war im rechren Laden dann zeitweise das Fotogeschäft von Wohlsen, einem Schwiegersohn  der Familie Haase, die die Drogerie in der Bahnhofstraße betrieb. 1959 kaufte Bäcker Emil Michaelis das Gebäude. Die Bäckerei Michaelis befindet sich noch immer im Haus, das – wie auch der Bäckerladen – in den 90er Jahren modernisiert wurde. modernisiert wurde.

nr13-2003 Dem Haus Nr. 13 sieht man heute seine man heutzutage seine glanzvolle Geschichte nicht mehr an. Erbaut wurde das heutige Gebäude 1890 für den Tischlermeister Berg, der wohl in den ersten Jahren dort auch ein Möbel- und Polstergeschäft betrieb.  nr13_01 Im Jahre 1904 richtete dann der Gastwird Jürgen Berg dort die Gaststätte „Wintergarten“ ein. Dabei ließ er besonders viel Einfallsreichtum walten, so dass der Wintergarten zur Attraktion in ganz Angeln wurde. Landschaftsbilder schmückten die Wände. In den Räumen verteilte exotische Gewächse, mit weißem Kies ausgelegte Wege sowie eine in der Mitte der Gaststätte gelegene Grotte mit Goldfischteich und Springbrunner sorgten tatsächlich für Garten-Atmosphäre. nr13_1905 Im Keller des Hauses hatte Berg sogar eine Badeanstalt mit fünf kleinen Badekabinen angelegt.

nr13_i2 Der „Wintergarten“ überstand sogar den 2. Weltkrieg und wurde Anfang der 50er Jahre noch von der Familie Anklam betrieben. Das Interieur änderte sich allerding im Laufe der Zeit. In meiner Kindheit war ich einmal im Wintergarten, und zwar mit meinen älteren Schwesten, um dort auf einem im hinteren Gaststätten aufgestellten Fernseher ein Fußball-Länderspiel anzusehen. 1956 wurde der „Wintergarten“ von den Besitzen aus Altersgründen geschlossen.

nr13_i1 1958 erwarb die Heizungs- und Installationsfirma Berendsen das Gebäude und verlegte ihre Geschäftsräume vom Marktplatz hierher, seit 1978 dann nur noch ein Elektrogeschäft. Diese wurde später von der Familie Herges übernommen. Zu dieser Zeit war noch immer in der Mitte des Geschäftes neben den Stufen, die in den hinteren Ladenbereich führten, eine Grotte mit kleinem Springbrunnen. Die Front des Hauses wurde zwischenzeitlich umgestaltet und sieht inzwischen ziemlich nichtssagend aus. Heute ist in dem Ladengeschäft im Erdgeschoss eine Krankengymnastikpraxis.

nr15_01 Das Haus Nr. 15 wurde 1889 für den Uhrmacher Hörlöck gebaut, der hier Uhren, Gold- und Silberwaren verkaufte. 1912 übernahm der Uhrmacher Johannes Möller das Geschäft. nr15_02 1934 kaufte der Kaufmann Ernst Dechow das Gebäude. Im Ladengeschäft wurde dann anscheinend die Kolonialwarenabteilung der nebenan ansässigen Firma Dechow untergebracht.

nr15-2003 1953 übernahm der Schwiegersohn von Ernst Dechow, Karl Erich Jessen, hier die Lebensmittel- und Lederwarenabteilung der Firma Dechow. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre war das Geschäft von Jessen aber eher als Feinkostladen bekannt. Heute ist es so, dass das Obergeschoss mit dem Geschäftshaus Nr. 17 verbunden und mit einer einheitlichen (nicht mehr sehr ansehlichen) Front versehen ist, während im Untergeschoss ein Büro der Allianz Versicherung seinen Sitz hat.

nr17_1910 Das eigentliche Stammhaus der lange Jahre auch über Süderbrarups Grenzen hinaus bekannten Firma Dechow ist jedoch das Haus Große Straße 17. Das Haus wurde 1885 zunächst eingeschossig für den Tischler Lau erbaut. Im September 1887 wurde dann in diesem Haus die Firma Dechow von Julius Dechow, der ursprünglich aus Gelting stammte, als „Colonial-, Porzelan- und Eisenwaaren-Handlung“ gegründet. nr17_1917 Begünstigt durch den Bau der Eisenbahnverbindungen wuchs das Unternehmen schnell, so dass schon Ende des 19. Jahrhunderts erste Erweiterungen wie Lagerhalle und Speicher erforderlich wurden.

nr15_192 1920 übernahm der Sohn Ernst Dechow das Geschäft und führte den ersten großen Umbau des Hauses durch. Nach dem 2. Welkrieg übernahmen dann die Söhne Ernst Georg und Ernst Julius den Betrieb Der Stahl- und Eisenwarenhandel wurde ausgebaut, wovon auch die großen Lastwagen zeugten, die häufig von der Großen Straße aus auf das enge Grundstück manörieren mussten, um Stahlmatten, Träger oder andere Waren anzuliefern.. nr15_03 Neben dem Eisenwarengeschäft gab es bei Dechow Werkzeuge, Porzellan- und Haushaltswaren und – vor allem für uns Kinder damals interessant – Spielwaren zu kaufen. Die Spielwarenabteilung war damals in einem schmalen schlauchartigen Raum im Obergeschoss. Zu Weihnachten war im Schaufenster immer eine elektrische Eisenbahn ausgestellt.

nr17_02 1964 übernahm Ernst Julius Dechow das Geschäft alleine und führte es bis 1984. In dieser Zeit wurde der Laden 1974 modernisiert. 1984 übernahm dann die Firma Freiber und Wegner aus Eckernförde die Geschäfte bis 1989. nr17_2011 Dann wurde noch einmal umgebaut und aus dem großen Laden mehrere kleine gemacht. Im voderen Teil waren und sind bis heute Raumausstatter Mende und die Buchhandlung Schröder untergebracht. Im kleine Laden auf dem Hof war bis 2002 noch der Eisenwarenhandel. Dort befindet sich jetzt ein Friseurgeschäft und ein italienisches Restaurant. Im Obergeschoss waren ein Fitness-Studio und diverse andere Unternehmen, die sich jeweils nur kurze Zeit hielten. Heute ist dort noch eine Musikschule.

nr19_1930 Auf dem Grundstück Nr. 19 sehen wir heute nicht mehr das ursprüngliche Gebäude. Hier, wo ursprünglich eine Katenstelle war, wurde 1890 ein Haus für den Tierarzt Lassen gebaut. Dieses Hausund die Tierarztpraxis wurde 1930 von Tierarzt Claus Erichsen sen. übernommen. Das Haus lag etwas erhöht zur Großen Straße und besaß auf dem Hof noch ein größeres Nebengebäude. nr19_02 1982 wurden alle Gebäude auf dem Gelände abgerissen. An ihrer Stelle wurde ein großen Wohn- und Geschäftshaus mit 5 Wohnungen und 2 Ladenlokalen errichtet. Im größeren Laden war bis zu seinem Umzug in das Süder-Center ein Aldi Einkaufsmarkt. nr19-2003 Seitdem steht der Laden leer. Im kleineren Laden auf der linken Seite befindet sich ein Schuhgeschäft der Firma Schuh Eggers aus Kappeln

nr21_01 Das Haus Nr. 21 ist leider auf keinem der alten Bilder richtig zu sehen. Und das, obwohl es auch schon 1927 errichtet wurde, nachdem das ursprünglich dort stehende Gebäude abgebrannt war. Im Erdgeschoss befinden sich drei Lädenlokale, die im Laufe der Jahre viele verschiedene Geschäfte gesehen haben. Im Laden auf der linken Seite war ursprünglich das Textilgeschäft Jochimsen, dann ein Lebensmittelgeschäft und schließlich das Radiogeschäft von Müller. Längere Zeit war dann dort eine Annahmestelle der Schleswiger Nachrichten. In jüngerer Zeit gab es dort ein Fischgeschäft und einen Frisiersalon, während aktuell eine Versicherung dort ihr Büro hat.

nr21-2003 Im mittleren Laden war lange Jahre ein Tabakwaren- und Zeitschriftenhandel, zunächst von Meta Berg, später von Walter Boysen geführt. Viele Jahre hatte dort Bäcker Schaper aus der Schleswiger Straße eine Filiale. Nachdem sich dort kurzzeitig auch eine Boutique versucht hatte, findet man hier heute eine Geschäft für Tierbedarf.

Im rechten Ladenlokal war bis 1943 eine Filiale der Westbank, nach dem 2. Weltkrieg von 1945 bis 1974 die Praxis von Dr. Brackmann, den danach in die Bismarckstraße umzog. Danach wechselten auch hier die Mieter recht häufig, so dass man sich schon nicht mehr an alle erinnert. Zu finden waren hier zeitweise ein Obst- und Gemüseladen, ein Second Hand Shop und schließlich aktuell ein Computerladen. Die Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig, denn irgendwann gab es kurioserweise nach der Wende auch noch einen Laden mit „ex-DDR-Artikeln“, wobei ich mir nicht mehr sicher bin, ob er in diesem oder im Nachbarhaus Nr. 23 war.

nr25_11 Weiter geht es mit dem Haus Nr. 23, das hier links im Hintergrund zu sehen ist. Das Haus wurde 1902 für den Schlachtermeister Magnussen neu errichtet. 1922 hatte hier der Uhrmachermeister Martin Schack seine Wohnung und Uhrmacherwerkstatt, bevor er in die Bahnhofstraße umzog. Nach dem 2. Weltkrieg befand sich dann das Geschäft von Rundfunkhändler Blaas in diesem Haus, bevor es 1975 Detlef Jensen erwarb und dort sein Fischgeschäft eröffnete.

nr23-2003 Nach Schließung des Fischgeschäfts wurden die Geschäftsräume aufgeteilt und die Belegung wechselte häufiger. Im linken Laden war zeitweise eine Videothek, dann bis vor kurzem ein Quelle-Shop und aktuell ein Laden für Kinder-Artikel. Im rechten Laden erinnere ich mich an ein Schuhgeschäft, einen Handarbeitsladen und aktuell ein Reisebüro. Im später dazugekommenen kleinen Laden im Durchgang zwischen dem Haus Nr. 23 und dem Angler Hof bzw. heute der Nord-Ostsee-Sparkasse, waren Blumen- bzw. Geschenkartikelgeschäfte.

angler_hof_1 Den ganzen Bereich zwischen dem Haus Nr. 23 und der Schmiedestraße nahm ursprünglich das Hotel Angler Hof ein. Das Hotel hat anscheinend seinen Ursprung in einem 1860 für den Gastwirt Jannsen hier errichteten Saal. Das Hauptgebäude wurde in mehreren Abschnitten erstellt. 1881 entstand der linke Flügel, der 1995 abgerissen und durch das heutige Gebäude der Nord-Ostsee-Sparkasse ersetzt wurde.1886 kam der Mittelteil mit dem Haupteingang dazu. Die komplette wechselvolle Geschichte des Angler Hofs würde den Rahmen dieses Artikels sprengen; deshalb hier nur das Wichtigste in Kürze:

angler_hof_2 Nach Jannsen war der Angler Hof im Besitz der Gastwirte Henning Möller, Carl Siemen, Wilhelm Möller, Peter Detlefsen. 1921 übernahm die Familie Christiansen den Betrieb. Die ehemalige Durchfahrt wurde 1954 zu einem Kino umgebaut, Ende 1968 wurde das „Roxy“ wieder geschlossen. Kurzzeitig war dort ein Supermarkt, bis der Großteil der Durchfahrt abgerissen wurde. Im kleinen westlichen Teil wurde der Bonanza Grill eingerichtet. nr25-2003 Im großen Saal des Angler Hof fanden lange Zeit die großen gesellschaftlichen Ereignisse Süderbrarups statt, wie der Weihnachts Basar, die Festtagsbälle zu Weihnachten und Silvester, die Kindergilden sowie in den 70er Jahren Konzerte mit bekannten deutschen und internationalen Stars. Im kleinen Saal, der später vom großen Saal abgetrennt wurde, gab es eine Zeit lang eine für Süderbrarup damals etwas anrüchige Sex-Bar. Außerdem gab es im Angler Hof eine Kegelbahn, die wir als Jugendliche auch mal gerne benutzten.

nr25-2003b 1971 wurde das Gebäude nach Abriss des ursprünglich davor stehenden Kinosaals nach rechts hin durch durch einen weiteren Flügel erweitert. Hier zog im Untergeschoss ein Edeka Markt ein. Bis vor kurzem waren die Räumlichkeiten durch ein Woolworth Kaufhaus belegt, heute befindet sich dort einDrogeriemarkt.

Nach dem Verkauf des Angler Hofs durch die Familie Christiansen wurde das Gebäude 1996/97 total.-saniert. Der ursprüngliche linke Flügel wurde abgerissen, um Platz für einen Neubau der Nord-Ostsee-Sparkasse zu schaffen.  nr25a-2003a Im Obergeschoss des Sparkassengebäudes befindet sich eine Agentur der Provinzial-Versicherung. Im ursprünglichen Gaststättengebäude war einige Jahre ein China-Restaurant ansässig, heute ist dort ein italienisches Restaurant. Direkt nebenan ist der Eingangsbereich des heutigen Hotels Angler Hof sowie ein Cafe.Im Obergeschoss hat eine Steuerberatungsgesellschaft ihre Räumlichkeiten.

Hier noch ein paar alte Ansichten des Angler Hofs, der sicher in einem späteren Artikel noch einmal separat zu behandeln ist.

 

Das im Anschluss an die Einmündung der Schmiedestraße folgende 1903 erbaute Haus Nr. 27 wird nur als Wohnhaus genutzt. nr29_1910 Das folgende Haus Nr. 29 ist wieder ein Geschäftshaus. Es wurde 1901 errichtet und beherberget in den Jahren 1902 bis 1905 das erste Fahrrad- und Nähmaschinengeschäft von Nicolaus Schmidt. nr29_01 1941 wurde das Gebäude von der Familie Schüler erworben, die hier allerdings schon 35 Jahre zuvor ihr Buch- und Schreibwarengeschäft betrieben hatte. Nach dem 2. Weltkrieg war lange Jahre Erich Schüler Inhaber des Ladens, der vielen älteren Süderbrarupern auch unter dem Spitznamen „Erich Dienstag“ bekannt war. Der Name kam daher, dass bei Schüler alle Bestellungen grundsätzlich am Dienstag ankommen sollten; um welchen Dienstag es sich dabei handelte, blieb allerdings das Geheimnis von Schüler.

nr29-2003 1973 kaufte der Malermeister Heinz Paulsen das Gebäude und richtete hier sein Farben- und Tapetengeschäft ein. Der Laden in der unteren Etage wurde später zweigeteilt. In zunächst einen, später beiden Läden zog die Boutique Domino ein. Nach der Geschäftsaufgabe von Paulsen wurde der Laden als „El Mundo“ weiterbetrieben. nr29-2011a Hier gab es anfangs auch noch Malereiartikel dazu eine Zeit lang exotische Lebensmittel, später war unter der gleichen Firmenbezeichnung ein Copy Shop sowie Gestaltung und Kauf von Werbeartikeln Geschäftsgegenstand. Nachdem im linken Laden für einige Zeit eine Automaten-Videothek zu finden war, steht er heute leer. Im rechten Laden befindet sich heute ein Geschäft für Geschenkartikel mit angeschlossener Postagentur.

nr29_1900 Das Haus Nr. 31 wurde nach Abriss der dort zuvor befindlichen Katenstelle 1989 als Geschäftshaus neu errichtet. Schon seit 1899 bis Mitte der 70er Jahre befand sich hier das Textilkaufhaus Lühr und Meyer.  nr31_1900 Nach der Geschäftsaufgabe des alteingesessenen Textilhauses gab es in dem Laden eine Filiale der Firma Landhausmoden Hansen aus Tolk. Zeitweise hatte dort auch Heizungsinstallateur Peters aus Mohrkirch seine Ausstellungsräume. Heute befindet sich dort ein türkischer Imbiss und Döner-Laden.

nr31-2003 Auf dem Richtung Kappeln angrenzenden Grundstück Nr. 33 befand sich bis nach dem 2. Weltkrieg der dritte Bauernhof in der Großen Straße. Schon 1683 ist an dieser Stelle eine Bauernstelle erwähnt, die aber 1781 abbrannte, woraufhin an gleicher Stelle neue landwirtschaftlich Gebäude errichtet wurden. nr33_1930 Seit 1940 war der Hof im Besitz der Familie Erichsen. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde 1959 in die Quellenstraße ausgesiedelt, die Gebäude blieben jedoch zunächst errhalten.

nr35-2003 Auf dem rechten Grundstücksteil wurde 1947 ein hölzerner Verkaufspavillon errichtet, in dem zunächst der Gemüsehändler Möller seinen Laden hatte. Später wurde das Gebäude vom auf der anderen Straßenseite gelegenen Kaufmann Jürgensen als Ausstellungs- und Lagerraum genutzt. Meiner Erinnerung nach gab es hier in den 50er oder 60er Jahren auch noch ein Hutgeschäft, es könnte sich allerdings auch im nebenan gelegenen Haus Nr. 35 befunden haben. nr33-2003 Der rechte Bereich des Grundstücks wurde 1975 an den Uhrmachermeister Thiel verkauft; Pavillon und dahinter stehende Scheune wurden abgerissen und ein modernes Uhren- und Schmuckgeschäft mit Werkstatt errichtet.

Das Hauptgebäude des Erichsen-Hofs wurde erst 1982 durch ein modernes Wohn- und Geschäftshaus ersetzt, in dessen Untergeschoss der bona Supermarkt einzog. Anschließend war hier bis zum Umzug ins Süder-Center im Jahre 2006 der Süderbraruper Edeka Markt. Heute werden die Geschäftsräume von einem Sonderpostenmarkt genutzt.

nr35_1900 Kommen wir jetzt zum letzten Haus auf der linken Seite der Großen Straße. Das Haus Nr. 37 wurde 1880 als Altenteil für den nebenan liegenden Erichsen-Hof errichtet. nr37-2003 Vor dem zweiten Weltkrieg hatte hier Elektriker Georg Reimer sein Geschäft. Von 1946 bis 1967 war hier der Betrieb von Elektromeister Georg Lorenzen. Nach der Geschäftsaufgabe von Lorenzen wurde der Laden als Schlachterei-Filiale des Schlachters Johannsen Jacobsen und als Eisdiele genutzt. Nach Umbau und Sanierung im Jahre 1988 befindet sich hier eine Praxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Damit haben wir den Beginn der Kappelner Straße erreicht, die in einem späteren Artikel zu behandeln sein wird.


Karl Pusch ergänzt zum Haus Nr. 37:

Moin,

das Haus mit der Nr.37 hatte an der rechten Seite einen Anbau. Dort hatte Schlachter Jacobsen aus Süderbrarup-Holm viele Jahre seinen Fleischerladen – Schlachter Jacobsen war auch jede Woche auf dem Wochenmarkt in Kiel vertreten -. Später war dort eine Eisdiele. Im ehemaligen Laden war auch zwischenzeitlich eine Agentur vom Versandhaus Quelle.

… und dazu gibt es auch noch ein Foto von ihm:

nr37-kg

Moin nochmal.

Herr Tikovsky, hier sehen Sie den Anbau mit dem Schlachterladen und Herrn Jacobsen. Wer ist wohl der König in der Kutsche?

Mit freundlichen Grüßen

Karl Pusch

So ganz eindeutig kann man den König nicht identifizieren, aber ich würde trotzdem mal auf den jungen Karl Pusch tippen. Obwohl – bei dem Regenwetter, wie auf dem Foto zu erkennen, machte das“ Königs-Dasein“ bestimmt auch nicht so richtig viel Spaß.

 

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Ein Kommentar zu „Geschäftsreise“ in die Vergangenheit (8) – Die Große Straße (linke Seite)

  1. Karl Pusch schreibt:

    Moin,
    das Haus mit der Nr.37 hatte an der rechten Seite einen Anbau. Dort hatte Schlachter Jacobsen aus Süderbrarup-Holm viele Jahre seinen Fleischerladen – Schlachter Jacobsen war auch jede Woche auf dem Wochenmarkt in Kiel vertreten -. Später war dort eine Eisdiele. Im ehemaligen Laden war auch zwischenzeitlich eine Agentur vom Versandhaus Quelle.
    Mit freundlichen Grüßen

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