Süderbrarup macht Schule

Als ich 1956 bis 1960 in Süderbrarup zur Schule ging, war die hiesige Schullandschaft noch überschaubar: Es gab die Volksschule mit den Klassen 1 bis 9, die Mittelschule mit den Klassen 5 bis 10 und eine dänische Schule. Wollte man das Abitur machen, musste man nach Kappeln, Schleswig oder Flensburg (später auch nach Satrup) wechseln.

Heute ist die Süderbraruper Schullandschaft um einiges vielfältiger und man kann seit neuestem sein Abitur auch hier im Ort machen. Ein Grund mehr, die schulische Situation hier im Ort mal etwas näher zu beleuchten.

Die Brarup-Schule

In der Bismarckstraße liegt die Brarup-Schule. Sie wurde 1909 als Höhere Privatschule gegründet und bestand ursprünglich nur aus dem Ostflügel und dem mittleren Teil des Hauptgebäudes. Ab 1925 war sie dann Mittelschule für Süderbrarup und die umliegenden Gemeinden und man konnte hier die Mittlere Reife erlangen.

brarup_schule_01 1942 wurde um Platz zu schaffen der Westflügel des Hauptgebäudes errichtet, womit das Bild zur Straße hin der heutigen Ansicht entsprach. Wegen der nach dem 2. Weltkrieg durch den Zuzug von Flüchtlingen stark angestiegenen Schülerzahl kam es zu einem Engpass bei den Unterrichtsräumen, so dass teilweise Schichtunterricht eingeführt werden musste. Um dieses Problem zu lösen, wurde 1954 ein Erweiterungsbau mit fünf Räumen im hinteren Schulbereich erstellt.

1964 wurden die Mittelschulen in Realschulen umbenannt und als solche blieb die Schule bis zum Umzug in das Schulzentrum in der Kappelner Straße im Jahre 1971 in der Bismarckstraße.

brarup_schule_06 Zum Schuljahr 1971/72 wurde die ehemalige neunklassige Volksschule aufgeteilt in zwei eigenständige Schulen aufgeteilt: die Grundschule mit den Klassen 1 bis 4 und die Hauptschule mit den Klassen 5 bis 9. Die Schüler der Grundschule bezogen das frei gewordene Gebäude in der Bismarckstraße, während die Hauptschule zunächst in dem Gebäude an der Kappelner Straße verblieb.

In den Jahren 1997 und 2000 wurde die Grundschule um zwei weitere Anbauten im hinteren Bereich erweitert und im Jahre 2007 wurde die etwas unansehnlich geworden Fassade zur Bismarckstraße renoviert. Im Jahre 2008 erhielt die Schule ihren heutigen Namen „Brarup-Schule“.

Wer mehr über die Brarup-Schule erfahren will, findet ihren Internet-Auftritt unter http://www.grundschule-suederbrarup.de .

 

Die Schule am Markt

An der Südseite des Marktplatzes befindet sich die „Schule am Markt“. Ursprünglich stand hier die alte Volksschule. Während meiner Schulzeit wurde neben dem Hauptgebäude für Unterrichtszwecke ein Nebengebäude genutzt, das vom Marktplatz aus gesehen rechts vom Hauptgebäude auf der gegenüberliegenden Seite des Schulhofes stand. Hier fand damals der Unterricht für die erste und zweite Klasse statt. Wurde man in die dritte Klasse versetzt, zog man in das Hauptgebäude um. Auf derselben Seite wie dieses Nebengebäude befand sich damals auf dem hinteren Teil des Schulhofs noch ein Toilettengebäude.

Schule_am_Markt_00 Das oben erwähnte Nebengebäude wurde bereits im Jahre 1839 errichtet und 1892 durch einen Anbau erweitert. Wegen der starken Zunahme der Schülerzahlen nach dem Bau der Kiel-Flensburger Eisenbahn wurde dieses Gebäude schon bald zu klein und so wurde im Jahre 1905 das lange Zeit das Ortsbild prägende Hauptgebäude der Volksschule errichtet. Dieses Gebäude hatte zunächst nur vier Klassen und zwei Lehrerwohnungen. Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude mehrfach erweitert, um für die ständig wachsende Schülerzahl Raum zu schaffen.

Im Jahre 1980 wurde das inzwischen nicht mehr zeitgemäße Nebengebäude abgerissen. Stattdessen wurden hinter dem Hauptgebäude zwei Pavillons errichtet. Nach der organisatorischen Trennung von Grund- und Hauptschule im Jahre 1971 blieb die Oberstufe der ehemaligen Volksschule unter der neuen Bezeichnung Hauptschule zunächst weiterhin in den Gebäuden am Marktplatz. 1977 wurde der Neubau der Hauptschule im Schulzentrum an der Kappelner Straße bezogen.

Das alte Schulgebäude an der Kappelner Straße wurde daraufhin vom Kreis Schleswig-Flensburg als Träger übernommen. Nach Durchführung überfälliger Renovierungsarbeiten zog dann 1979 die Sonderschule für Lernbehinderte  und Geistigbehinderte des Kreises in das Gebäude ein. Im Jahre 1983 erhielt die Schule den Namen „Schule am Markt“.

1998 ging die Trägerschaft der Schule für Lernbehinderte wieder an das Amt Süderbrarup über und wurde der Thorsbergschule zugeordnet, während die Schule am Markt als selbständige Schule für Geistigbehinderte in Trägerschaft des Kreises bestehen blieb.

Schule_am_Markt_06 Im Jahre 2001 bezog die Sonderschule dann ein neu errichtetes Gebäude auf dem alten Schulgelände südlich des Hauptgebäudes. Das alte Schulgebäude wurde wegen hoher Sanierungs- und Unterhaltskosten sowie fehlender Folgenutzung im Jahre 2003 abgerissen. Damit verschwand ein markantes Gebäude aus dem Süderbraruper Ortsbild, mit dem so mancher Süderbraruper Erinnerungen an seine eigene Schulzeit verband.

Im Jahre 2010 wurde auf dem Platz des alten Hauptgebäudes der Volksschule ein Erweiterungsbau der Sonderschule errichtet. Mit dieser Erweiterung erhielt die Schule vier neue Klassenräume, einen Ganztagesraum, eine Aula sowie Nebenräume.

Wer mehr über die Schule am Markt erfahren will, findet ihren Internet-Auftritt unter http://www.schule-am-markt.lernnetz.de.

 

Die Schule am Thorsberger Moor

In der Kappelner Straße aus der Ortsmitte kommend hinter dem Sportplatz wurde Anfang der 70er Jahre eines neues Schulzentrum errichtet. Nach zahlreichen Verzögerungen beim Neubau konnte Anfang 1972 zunächst der Unterricht in der neuen Realschule aufgenommen werden. Ergänzt wurde der Schulneubau durch eine  Sporthalle sowie moderne Außensportanlagen.

Thorsbergschule_05 Im Dezember 1977 wurde dann der zweite Bauabschnitt des Schulabschnitt des Schulzentrums fertiggestellt, der von der Hauptschule bezogen wurde. Die Hauptschule erhielt 1994 den Namen „Thorsbergschule“. 1998 entstand ein weiterer Anbau, der die Schule für Lernbehinderte (Förderschule) beherbergt. Dieser Schulbereich, der ehemals zur Sonderschule am Markt gehörte, wurde nun der Hauptschule zugeordnet.

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen der Realschule herrschte kam es Anfang des neuen Jahrtausends bereits wieder zu Engpässen im einst als grßzügig geplant angesehenen Neubau. Daraufhin wurde ein weiterer Anbau geplant, der im Juni 2004 endlich seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

amtskurier_03_2008 Seit dem Schuljahr 2008/09 firmieren die ehemalige Realschule, die Hauptschule sowie die Förderschule als Gemeinschaftsschule Süderbrarup unter einem gemeinsamen Dach. Die Schuie trägt jetzt den Namen „Schule am Thorsberger Moor“.

Seit dem Schuljahr 2010/11 kann man in Süderbrarup auch sein Abitur machen. Das Berufliche Gymnasium Schleswig bietet in der Schule am Thorsberger Moor eine gymnasiale Oberstufe an, in der man nach drei Schuljahren die allgemeine Hochschulreife erwerben kann.

Wer mehr über die Schule am Thorsberger Moor erfahren will, findet ihren Internet-Auftritt unter http://www.realschule-suederbrarup.de

 

Die Dänische Schule (Sønder-Brarup Danske Skole)

In der Raiffeisenstraße befindet sich die Schule der Dänischen Minderheit in Südschleswig (Sønder-Brarup Danske Skole).Nach dem zweiten Weltkrieg entstand bei vielen dänisch gesinnten Mitbürgern der Wunsch, ihre Kinder in dänischer Sprache zu unterrichten. Daraufhin wurde bereits 1945 der Unterricht in behelfsmäßigen Schulräumen aufgenommen.

Danske_Skole_01 Anfang der 50er Jahre wurde auf dem heutigen Schulgelände die erste Schule errichtet, das in den Jahren 1980/81, 2000/01 sowie 2001/02 mehrfach erweitert und umgebaut wurde. Auf dem Schulgelände befindet sich neber der Schule mit Turnhalle und Sportplatz auch ein dänischer Kindergarten.

Danske_Skole_03 Zum 60. Geburtstag der Schule wurde der Grundstein für einen großzügigen Neubau gelegt, der vier große, teilbare Klassenräume, Fachräume für Physik, Biologie, Kunsterziehung, Handarbeiten und Computer sowie eine geräumige Aula beherbergt. Die Erweiterung der vom Dänischen Schulverein getragenen Schule dient der Umwandlung der Schule in eine zehnstufige Grund- und Gemeinschaftsschule mit Ganztagesangebot.

Im Zuge des Neubaus wurden auch die bisherigen Schul- und Verwaltungsgebäude renoviert und die Turnhalle um 100 qm vergrößert.

Einen eigenen Internetauftritt der Dänischen Schule gibt es bislang leider nicht.

 

Die Turnhalle am Marktplatz (Claus-Jeß-Halle)

Turnhalle_00 An der Nordseite des Marktplatzes befindet sich die Claus-Jeß-Halle, eine Turnhalle, die früher überwiegend von den Süderbraruper Schulen genutzt wurde. Bereits im Jahre 1926 wurde auf Initiative des Süderbraruper Volksschullehrers Claus Jeß die erste Turnhalle auf dem Marktplatz errichtet. Nach kleineren Erweiterungen 1949/50 und 1964 errichtete die Gemeinde Süderbrarup eine zweite Turnhalle direkt neben und verbunden mit dem ursprünglichen Gebäude.

Diese zweite Turnhalle wurde im Jahre 2008 abgerissen und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt.Die alte ursprüngliche Turnhalle wurde im Rahmen dieser Baumaßnahme ebenfalls generalüberholt. Der gesamte Turnhallen-Komplex heißt heute nach dem damaligen Initiator „Claus-Jeß-Halle“

 

 

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3 Kommentar zu Süderbrarup macht Schule

  1. Silas schreibt:

    Wuff,
    in der Schule am Markt hat mein Frauchen einige Jahre gewohnt. Du hast nicht zufällig Bilder vom Abbruch??
    LG Silas

  2. Angelika Klußmeyer (geb. Schmechel) schreibt:

    Ich finde es sehr respektvoll das man die ehemalige Turnhalle weiter auf den Namen von
    „Claus Jeß-Halle“ behalten hat. Schade das man die Volksschule nicht renoviert hat. Die jetzigen Gebäude sehen hässlich aus.
    Gruß Angelika

  3. Michaela Bielke schreibt:

    1972 wurde die Realschule ihrem Zweck übergeben, aber davor…
    Da sich die Bauarbeiten immer wieder verzögerten, und die Schule deshalb nach den Sommerferien 1971 nicht bezugsfertig war, wurden wir Schüler in ganz Süderbrarup verteilt. Im AnglerHof, Hotel zur Börse, Wendt´s Tivoli usw.
    Die Lehrer mussten dann zwischen den Unterrichtsstunden wandern.(…oder mit dem Fahrrad fahren).
    Viele Grüße
    Michaela

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