Klaus Zander: Zwischen Baum und Borke

Heute erreichte mich ein Päckchen von Klaus Zander, der hier auch schon mehrfach mitgemacht hat. Der Inhalt: ein Buch mit dem Titel „Zwischen Baum und Borke“.

Klaus Zander kam nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit seiner Mutter als Flüchtlingskind nach Süderbrarup und lebte hier von 1946 bis 1953. Im Artikel „Brarupmarkt im Zweiten Weltkrieg“ habe ich ja schon mal das erste Buch von Klaus Zander „Kinderland ist abgebrannt“ über seine Kindheit in den letzten Kriegsjahren in Pommern und die Flucht der Familie nach Schleswig-Holstein vorgestellt. Dieser erste Band endete mit der Ankunfst der Zanders auf dem Süderbraruper Bahnhof.

Sein jetzt erschienenes zweites Buch behandelt die Jahre 1946 bis 1953 und beschreibt die Zeit von Klaus als Flüchtlingskind in Süderbrarup. Hier die offizielle Buchbeschreibung:

zander Die meisten Flüchtlinge waren erst nach Kriegsende in Schleswig-Holstein eingetroffen. Sie hatten dort die Einwohnerzahl so stark ansteigen lassen, dass auf vier Einheimische drei Flüchtlinge kamen und viele von ihnen blieben, bis in den 50er Jahren die großen Umsiedlungsaktionen nach Westdeutschland einsetzten. 
Hier wird von den Menschen und ganz besonders von den Kindern erzählt, die im Juli 1946 mit ihren Müttern, als Flüchtlinge nach Süderbrarup in Schleswig-Holstein kamen.
Wegen der bedrückenden Wohnverhältnisse in den Lagern und zugewiesenen Zimmern konnten die Kinder der Flüchtlinge meistens nur draußen spielen. Aber auch da lagen sie ständig auf der Lauer um etwas zu ergattern, dass ihnen und ihren Müttern das Überleben erleichtern würde. Ob bei der Kohle oder den Briketts nachgeholfen wurde, damit sie von den Zügen fallen oder wenn Zuckerrüben oder Kartoffeln auf dem Bauernhof vom Wagen stibitzt, wurden, wobei der stets wachsame Hofhund geschickt abzulenken war, stets vermischte sich ihr Überlebensdrang mit Abenteuerlust und ganz normalen kindlichen Verhaltensweisen. In diesem Zwischenraum von Spielen, Neugier, Vergnügen, Abenteuer und Not spielte sich ihr Leben ab. 
Die Wiederaufnahme des Schulbesuchs, zusammen mit den einheimischen Kindern, sorgte dann für etwas Normalität. So erlebten sie, nach all dem Schrecken doch noch eine Kinder- und Jugendzeit in dem noch dörflichen Charakter des Ortes, der alles was sie durchgemacht hatten, in eine unwirkliche Ferne rückte.
Für sie waren die Feste, wie Kindergilde mit Kuchenessen und Tanz oder der Weihnachtsbasar im alten Anglerhof mit Varieté, jetzt ein wichtiger Mittelpunkt des Jahres geworden. Das Baden in Bächen, moorigen Gewässern und in der Schlei, war das schiere Sommervergnügen. 
So könnte man nach Art einer „ Sentimental Journey „ noch viele unwiederbringliche Momente aufzählen. Auch davon wurden alle, die hier ankamen geprägt, das nahmen sie mit, wohin sie auch später gingen.

Ich habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber schon bei einem kurzer Blick ins Inhaltsverzeichnis findet der alte Süderbraruper schon viel bekannte Orte (z.B. Thorsberg, Angler Hof, Berg’s Filmpalast), Veranstaltungen (z.B. Brarup-Markt, Weihnachtsbazar) und Namen (Herr Rahn, Frl. Stüwe, diverse Lehrer).

Falls also jemand Interesse an dem Buch hat, hier die Daten:

Klaus Zander: Zwischen Baum und Borke
ISBN: 3737538042
etwa 200 Seiten
Preis: 14,80 Euro
erhältlich bei: epubli  oder auch über amazon.

Wer vorab einen Blick in das Buch werfen möchte, kann dies vom nächsten Archivtermin am 7.4.2015 ab im Süderbraruper Gemeindearchiv tun.

Dies und Das, Süderbrarup, Permalink

5 Kommentar zu Klaus Zander: Zwischen Baum und Borke

  1. Klaus Zander schreibt:

    Wie Frau Burgwitz richtig bemerkt, wäre die Meinung der »Ureinwohner« zu den Themen der damaligen Zeit, die ich in dem Buch beschrieben habe, von großem Interesse. Die Themen haben auch heute vom Grundsatz her wieder ( leider ) eine große Bedeutung.
    Bloß schade, dass der Schwerpunkt der Kritik. die Zeichensetzung + Orthografie war und nicht der Inhalt.
    Dass das Buch nicht die Germanistik Freunde begeistern würde, war mir klar.
    Nach den bekannten Diskussionen über alter und neuer Rechtschreibung, vermutete ich schon, dass es nicht allen Forderungen gerecht werden würde.
    Es ist aber gewissermaßen ein Beweis der Authentizität, denn es ist halt das Werk eines kleinen pommerschen Flüchtlingsjungen, eines Schülers der »8-klassigen« Süderbraruper Volksschule aus dem Entlassungsjahrgangs 1953,

    Euer Klaus Zander

    • admin schreibt:

      Ich bin zwar in dem Sinne ein „Ureinwohner Süderbrarups“ (Flüchtlingskind, aber hier geboren), war aber zu dem Zeitpunkt, zu dem das Buch endet, erst knappe vier Jahre alt.
      Daher kann ich mich an die ganz schlimme Phase der Nachkriegszeit nicht mehr persönlich erinnern, kenne aber aus den Erzählungen meiner Eltern un Geschwister die Probleme der Flüchtlinge in der damaligen Zeit ziemlich gut, zumal mein Vater als Mitarbeiter des Wohnungsamtes viel von den Schwierigkeiten bei der Unterbringung der Familien aus dem Osten erzählt hat.
      Ich habe die Schilderungen von Herrn Zander mit großem Interesse gelesen und fand, dass er die damalige Situation in unserem Ort treffend dargestellt hat, insofern für mich persönlich ein durchaus lesenswertes Buch.

  2. Hans Carstensen schreibt:

    Ja, der Bericht ist ist spannend. Hier deckt sich mein Eindruck mit dem von Frau Burgwitz. Was auffällt, sind die orthografischen Fehler, die neben der mangelhaften Zeichensetzung den Leser, zumindest mich, außerordentlich stören. Insoweit ist das Buch seinen Preis nicht wert.

    • admin schreibt:

      Das mit den Rechtschreibfehlern ist natürlich ein bisschen schade, aber ich habe in diesem Fall einfach darüber hinweggelesen und fand die Schilderung der damaligen Zeit sehr interessant. Ob einem das Buch inhaltlich gefällt, muss jeder für sich entscheiden, da es eine sehr persönliche Sicht des Autors auf die damalige Zeit bietet. Ein Exemplar steht im Gemeindearchiv während der Archivzeiten zur Einsichtnahme bereit.

  3. Regina Burgwitz schreibt:

    „Wer vorab einen Blick in das Buch werfen möchte, kann dies vom nächsten Archivtermin am 7.4.2015 ab im Süderbraruper Gemeindearchiv tun.“ – Genau das habe ich gemacht und ich kann nur sagen: sehr spannend, dieser Bericht und gut geschrieben. Selbst als Relativ-Neu-Süderbraruper kennt man doch viele der dort beschriebenen Orte und zumindest namentlich auch Personen. Ich werde mir das Buch wohl kaufen. Interessant wäre, wie „Ureinwohner“ bzw. auch in dieser Zeit hier heimisch gewordene diese Erzählung sehen bzw. was sie aus ihrer Sicht dazu sagen.

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